Der Elfbenmantel (inspiriert vom Elrond-Ratsmantel auf LotR)
ACHTUNG: Diese Anleitung ist nicht von mir, deshalb kann ich Euch da auch nicht helfen! Bei Problemen schreibt an Deneriel oder meldet Euch in unserem Forum an!
Für fortgeschrittene Näher, Handnähte sind erforderlich.
Bitte lest Euch diese Anleitung bis zum Ende durch, bevor Ihr Euch an Stoffkauf und Verarbeitung macht!
Die Schnittzeichnung liegt als PDF vor, falls Ihr dieses Format nicht öffnen könnt, ladet den Adobe Reader runter.
Material:
Materialauswahl:
Je nachdem wie schwer das Ganze werden soll kann man sich beim Stoff
austoben. Sinnvollerweise wählt man natürlich einen Stoff der schön fällt.
Für meinen Mantel habe ich einen relativ dicken Baumwollsatin als
Außenstoff gewählt. Das Futter besteht aus dünnem Fahnenstoff. Wenn man
als Oberstoff einen Wollstoff oder gar Loden (Wollfilz) verwendet kann
der Mantel auch eine gewisse Wassermenge abhalten.
Achtet bei Stoffen mit Muster oder Strich (wie bei Samt) auf den Fadenlauf!
Schnittmuster:
Eigentlich sollte der Schnitt aus der Zeichnung erkennbar hervorgehen.
die jeweils zueinander gehörenden Stoffkanten sind farblich markiert.
Ansonsten: Bei den Maßen und dem Zuschnitt kann man sich ganz gut am
Unterkleid der Gewandnäherin orientieren.
Die violett gestrichelte Linie entspricht dem halben Schulterumfang +
Pi*Daumen. Wer nicht weiß, wieviel ein Daumen ist darf dafür auch den
Durchmesser seines Daumens heranziehen (in meinem Fall entspricht das
ziemlich genau 60cm)
In der Mitte einen Ausschnitt für den Kragen vorsehen, den Stoff
zwischen Schulter und Kragen ein wenig abschrägen. Eure Schultern sind
schließlich auch nicht ganz gerade. 4-5cm ist ein normaler Wert.
Für den Kragen eine ganz leichte Rundung mittig in das hintere
Stoffstück schneiden, damit es nacher eine Rundung um den Nacken ergibt.
Die blauen Linien entsprechen der Größe der Öffnungen für die Ärmel. Ich
habe bei meinem Mantel 30cm verwendet, aber mehr kann je nach Person
sicherlich bequem sein.
Die grünen Linien entsprechen nun der Länge von der Unterkante des
Ärmelansatzes bis zum Boden. Wenn der Mantel auf dem Boden schleifen
soll entsprechend länger.
Alle Längen addiert sollten nun mindestens so lang sein wie der Abstand
Schultermitte bis Boden
Um den Umfang des Mantels am Boden zu erweitern habe ich noch Keile
ausgeschnitten. Die beiden langen Seiten derselben müssen dann natürlich
ebenfalls der Länge der grünen Linien entsprechen.
Die Ärmel kann man eigentlich beliebig weit machen. wichtig ist nur daß
der Durchmesser am Ansatz mit dem Platz am Mantel halbwegs
zusammenpasst. Die Länge des Ärmels wird hauptsächlich von der Armlänge
bestimmt (Schulternaht bis zur Hand).
Beide Maße sind in meinem Fall. Wenn man genug Stoff hat macht es Sinn
die braunen Linien als Stoffbruch zu belassen, dann kann man sich
jeweils eine Ärmelnaht sparen.
Eines der großen Stoffstücke A wird in der Mitte entlang der
gestrichelten Linie nocheinmal getrennt und bildet damit unsere beiden
Vorderteile.
Das ganze Zeug dann als Futterstoff nocheinmal ein wenig kleiner
Ausschneiden. Das kann z.b. durch Weglassen des einen cm von der
Nahtzugabe passieren.
Bei ausfaserndem Stoff sollte man die einzelnen Teile vor dem Vernähen
versäubern.
ACHTUNG: Nahtzugaben nicht vergessen.
Verarbeitung:
Zuerst wird der Außenstoff genäht. zuerstmal die vier Keile rechts auf
rechts auf Vorder- und Rückwärtige Teile legen und feststeppen.
Vorsicht, wenn man bei dem verwendeten Stoff eine Faserrichtung sieht
bedenkt wie die nach dem Umkrempeln aussehen.
Wenn alle Keile vernäht sind kann man die drei Schnittteile an den
Schultern bis zum Kragenrand zusammennähen.
Wenn das gerade zusammenhängt und man die Keile nach außen klappt kann
man die jeweils auch vernähen sodaß man eine Art Poncho mit
außenliegenden Nähten hat. Wenn man den nun umkrempelt darf außen keine
Naht mehr zu sehen sein. Zwischen Schulternaht und den Keilen muß dabei
genug Platz bleiben um die kurze Seite des Ärmel einzunähen (blaue Linie).
Das ganze Spielchen widerholt man nun mit dem Innenfutter auch
nocheinmal. Das krempelt man nacher aber nicht um, da die Nähte ja auf
der Außenseite sitzen sollen.
Wenn man den Kragen haben will näht man den jetzt an. Zuerst werden die
beiden langen geraden Stücke rechts auf rechts gelegt und am Ende
miteinander vernäht. Vorsicht: Die Stoffstreifen müssen gleichlang
werden, sonst wird der Kragen schief. Wenn man sich den dabei
entstandenen langen Stoffstreifen um den Nacken legt sollte man schon
einen Eindruck erhalten wie der nacher aussieht.
Dann steckt man den Streifen vom Nacken aus an der Kante fest. Hierbei
darauf achten daß rechts auf rechts liegt, die Naht zwischen den beiden
Stoffstreifen muß nach oben zeigen.
Entlang der gestrichelten Linie und des Kragenausschnittes im Nacken
wird das Ganze dann Kante auf Kante, rechts auf rechts vernäht. Das
letzte Stück des Kragens an den Spitzen vorerst noch nicht vernähen.
Dann kann man nacher noch korrigieren ohne die Naht wieder aufzutrennen.
Jetzt haben wir den Kragen ohne Futter schon fertig am Mantel.
nun vernähen wir auch die beiden verbliebenen Streifen vom Futterstoff
zu einem Langen Stück und stecken diesen wieder rechts auf rechts am
Kragen fest. (d.h. wenn man den Kragen nicht umklappt läge das Futter
zwischen Mantel und Kragen).
Kragen und Futter nun zusammensteppen, dabei darauf achten daß man nicht
den Mantel versehentlich mit annäht. Wenn man nach getaner Arbeit das
Futter umklappt sollte die Naht außen am Kragen zwischen dem Stoff
versteckt sein. Andernfalls habt ihr den Stoff irgendwo falsch herum
angelegt.
Nun kümmern wir uns um die Ärmel:
Die Ärmelteile des Außenstoff werden zusammengenäht aber nicht
umgekrempelt. Das Futter wird ebenso vernäht, umgekrempelt und hinein
gelegt. Nun liegen die rechten Seiten jeweils aufeinander und sowohl
ganz innen als auch außen sind Nähte.
Futter und Außenstoff werden nun an der großen Öffnung zusammengesteppt.
Danach werden sowohl Außenstoff und Futter umgekrempelt. Die Nähte
sollten nun zwischen Stoff und Futter versteckt sein.
Wenn beide Ärmel auf diese Art und Weise fertiggestellt wurden kann man
sie am Außenstoff des Mantels befestigen. Dazu wird der Mantel wieder
auf links gedreht sodaß die Nähte außen liegen. Nun legt man einen der
Ärmel (auf rechts gedreht!) innen hinein. Die ganze Geschichte mit
Stecknadeln oder Sicherheitsnadeln feststecken und von der Schulternaht
ausgehend vernähen.
Dreht man den Mantel danach wieder auf rechts sollte er schon mehr oder
weniger der endgültigen Form entsprechen. Um die Länge bzw. den Abstand
vom Boden kann man sich später noch kümmern.
Bis hierhin war es noch recht einfach: Nun kommt das Innenfutter dran.
Eigentlich ist es ziemlich egal wie man es befestigt, hauptsache man
sieht möglichst keine Nähte davon.
Ich habe das Problem so gelöst daß ich das auf links gedrehte
Innenfutter in den auf rechts gedrehten Mantel gelegt habe. Nun sollten
die Nähte jeweils zwischen Innen und Außenstoff verborgen übereinander
liegen.
Man kann nun die Schulternähte von Außenstoff und Futter verbinden. Der
Futterstoff hängt dann im Mantel.
Ich habe als nächstes die Nahtzugaben der Nähte zwischen Rückenteil und
Keilen genommen und diese miteinander vernäht.
Wer es ganz ordentlich haben will kann die Nähte auch auseinanderbügeln,
die Stoffe zusammenstecken und ganz geade und vorsichtig die Nähte
selbst nocheinmal zusammennähen.
Die gleiche Methode kann man bei den anderen Nähten auch noch anwenden
wenn man will, zwingend erforderlich ist es aber nicht.
Beim Einnähen des Futterstoffes darauf achten daß er bündig mit dem
Oberstoff liegt. Wenn die Stoffe gegeneinander versetzt sind gibt es
später Falten. Außerdem könnte es Probleme geben wenn man das
Ärmelfutter annäht.
Ist dieser Schritt abgeschlossen hängt das Futter schon zu 2/3 im Mantel.
An den beiden vorderen Kanten des Mantels kann man ihn umkrempeln und
dann maschinell ab der Unterkante des Kragens bis zum Boden vernähen.
Wenn man den Mantel wieder auf rechts zurückgedreht wurde empfiehlt es
sich mit farbig passendem Garn nocheinmal eng an der Kante vorbei zu
steppen.
Jetzt wird wieder von der Schulternaht ausgehend das Ärmelfutter mit dem
Innenfutter vernäht.
Für das Kragenfutter kann man die beiden Stoffe nun entweder lose
aneinandernähen, oder das Mantelinnenfutter zuerst an der Nahtzugabe des
Kragenansatzes ansteppen. Dann klappt man das Kragenfutter um den Ansatz
herum und näht es auf der Mantelinnenseite hinter der Naht fest sodaß
diese wieder kaschiert wird. Damit das funktioniert braucht man eine
sehr großzügige Nahtzugabe an dieser Stelle wie bereits oben erwähnt.
Die letzten paar cm des Kragens die noch nicht vernäht wurden steppt man
so fest daß die abgesteppte Außenkante des Kragens zwischen Mantel- und
Futterstoff verschwindet. Schließlich wollen wir ja keine hässlichen
offenen Ecken am Ende des Kragens.
Wenn man mit umkrempeln und der Maschine nicht mehr weiter kommt wird
das letzte Stück von Hand mit Hilfe des Matratzenstiches vernäht.
Der Matratzenstich geht folgendermaßen: Die Nahtzugaben des Bereichs, den ihr
zusammennähen wollt, faltet ihr nach innen, so dass diese zwischen
Oberstoff und Futterstoff liegen. Jetzt stecht ihr mit der Nadel von der
Inneseite eines Schnitteiles nach außen, und zwar möglichst in der Falte
der Nahtzugabe.
Dann an der anderen Nahtzugabenfalte von außen nach innen wieder
einstechen. Die Nadel muss jetzt ein kleines Stück unter dem SToff
weitergeführt werden, um dann wieder in der Falte auszustechen ... und
im Grunde immer so weiter.
Dabei könnt Ihr den Faden locker lassen, also nicht volle Wucht
anziehen. Wenn Ihr am Ende der Naht angekommen seid, vorsichtig am Faden
ziehen und die Naht sollte sich wie von Zauberhand schließen. Um das
Fadenende zu sichern, stecht mit der Nadel in die geschlossene Naht und
zwar möglichst so, dass Ihr ein Stück des Nähfadens mitnehmt. Um den
Nähfaden mit der Nadel herum und zwei bis dreimal festknoten (also, den
Faden, der in der Nadel endet am bereits vernähten Faden festknoten).
Jetzt abschneiden und den Knoten etwas in die Naht schieben, bis man ihn
nicht mehr sieht. Das funktioniert ganz gut, wenn Euch das zu unsicher
ist, näht ein paar mal durch die obere Stofflage, möglichst so, dass man
es später nicht so stark sieht.
Ist dieser Schritt abgeschlossen ist der Mantel oben herum bereits
fertig, einer Anprobe vor dem Spiegel sollte nichts mehr im Wege stehen.
Jetzt muß er noch auf eine passende Länge gebracht werden. Das geht am
besten mit einer zweiten Person als Hilfe. Man zieht den Mantel an wie
er später einmal aussehen soll und dann wird von der Hilfsperson die
Linie angezeichnet wo er enden soll. Er wird schön schleifen und an der
Kante abnutzen wenn er auf dem Boden liegt, sieht natürlich auch hübsch
aus weil er wie eine Schleppe hinter euch her gezogen wird.
Wenn praxisnahe Erwägungen eine große Rolle spielen macht es Sinn ihn
knapp über dem Boden zu kappen.
Wenn die Linie mit Kreide oder einem weichen Bleistift markiert ist wird
noch eine entsprechende Nahtzugabe unten angesetzt. Diese sollte etwas
breiter ausfallen, da hier Innen und Außenstoff gemeinsam umgeklappt
werden. Zwei Zentimeter pro zusätzlicher Stofflage sollten hierzu reichen.
Die Nahtzugabe mit anzeichnen und dann an dieser Linie entlang
vorsichtig den Stoffrest an der Unterseite abschneiden.
ACHTUNG: Wenn man den Stoff zwei mal umklappen und dann maschinell
vernähen will , sollte man vorher ausprobieren ob die Nähmaschine dort
noch durch kommt. Da kommen schnell einige Lagen Stoff zusammen,
insbesondere dort wo die vertikalen Nähte verlaufen (2 Lagen Stoff pro
Naht, *2 wegen Innen- und Außenstoff, *2 da die Naht ja nicht aufrecht
zwischen Mantel und Futter steht sondern zwischen Innen und Außenfutter
liegt -> macht schon 8 Lagen Stoff. Das bringt viele kleine
Haushaltsnähmaschinen an ihre Grenzen.) Wenn man das nun umschlägt
verdoppelt man an den Nahtstellen nocheinmal die Anzahl der Stofflagen.
Die Nähmaschinennadel ist an diesen Stellen hochgradig bruchgefährdet.
Selbst wenn man die Nähte nebeneinander legt kommen da spätestens beim
zweiten Umklappen einige Lagen Stoff zusammen.
Eine durchaus brauchbare Art um den Stoff zu versäubern kann es sein am
Rand mit ganz kurz eingestelltem Zickzackstich einen Saum anzunähen,
ähnlich einem sehr lang gezogenen Knopfloch. Danach kann man den Stoff
dann immer noch einmal umnähen wenn man möchte.
Ärmelvariation:
Wenn man keine Borte aufnähen möchte, kann man den Futterstoff am
Ärmelende umklappen, sodaß er z.T. außen sichtbar ist, also ähnlich wie
beim Kragen.
Dazu das Schnittmuster des Ärmelfutters entsprechend der dünnen Linie im
oberen Bild abändern. Wichtig ist daß die Winkel auf beiden Seiten unten
links an der Stoffspitze möglichst identisch sind.
Dann wird der Außenstoff des Ärmels vernäht und versäubert. Wenn man
Vorder- und Rückseite des Futters getrennt ausgeschnitten hat, diese an
der oberen Kante ebenfalls schon vernähen.
Den Außenstoff auf rechts drehen. Jetzt eine gerade Linie in
gleichmäßigem Abstand zur Ärmelkante anzeichnen. Den Stoff wie in der
unteren Abbildung daran feststecken (grüne Linie) und an der Kante
entlang feststeppen. Dabei nicht den Ärmel zusammennähen!
Dann entlang der blauen Linie vernähen und versäubern. Wenn man das
Futter zur linken Seite klappt muß die Spitze im Futterstoff direkt auf
der Spitze des Ärmels liegen.
Dann das Futter durch den Ärmel ziehen. An der Kante des Ärmels gerade
abstecken und bei Bedarf/Wunsch nocheinmal knappkantig absteppen.
Exakte Arbeit ist hier notwendig damit das Futter sauber passt.
Und nun: "Ich habe fertig, Flasche leer!"
Vielen Dank an Deneriel!


